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Ziele des 9. Trierer Symposiums "Sichere Telemedizin"Das 9. Trierer Symposium des Instituts für Telematik beschäftigt sich am 14. und 15. November 2002 mit dem Thema "Sichere Telemedizin". Es richtet sich an leitende Persönlichkeiten im Bereich Gesundheitswesen und bietet ein Forum der Information nicht nur für Experten aus Medizin, Telekommunikation und Informatik, sondern auch für jeden, der ganz allgemein am elektronischen Austausch von Gesundheitsdaten über offene Netze interessiert ist. Das Symposium soll Entscheidern aus Ärzte- und Apothekerschaft, Pflegeberufen, Rettungsdiensten, Verwaltungen, Krankenversicherungen, Interessensverbänden, Wirtschaft und Politik einen Einblick in neueste Erkenntnisse, einen Überblick über aktuelle Anwendungen und einen Ausblick auf künftige Entwicklungen verschaffen. Neben umfassender Darstellung und Diskussion von Chancen und Risiken gibt das Symposium auch reichlich Gelegenheit zu intensiven beruflichen, geschäftlichen und persönlichen Kontakten." Die Telemedizin, also der elektronische Austausch medizinischer Daten wie Bilder, Befunde und Messergebnisse über große Entfernungen hinweg, hat viele faszinierende Anwendungsmöglichkeiten. Sie überschreitet die Grenzen der herkömmlichen, meist Papier gebundenen Kommunikationsabläufe und macht es dank des Internets zum Beispiel möglich, ungeachtet von Entfernungen schnell weitere Experten hinzuzuziehen, Untersuchungsdaten, Operationen und einzelne medizinische Bilder live zu übertragen sowie elektronische Patientenakten, Arztbriefe und Rezepte zu übermitteln. Die Patientenversorgung wird dadurch besser - wichtig vor allem in der Notfall-Medizin - und das Gesundheitswesen insgesamt wird leistungsfähiger sowie auf Sicht auch kostengünstiger. Allerdings werden die Möglichkeiten der Telemedizin bisher nur in Ansätzen ausgeschöpft - meist in vereinzelten, über die gesamte Bundesrepublik verstreuten Pilotprojekten. Wie andere Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sind wir noch weit entfernt von einem Flächen deckenden Ausbau der telematischen Infrastruktur im Gesundheitswesen, wie ihn die Regierungschefs in ihrer "eEurope"-Initiative vor zwei Jahren für Ende 2002 geplant hatten. Dringend erforderlich für den Durchbruch der Telemedizin sind drei Dinge: ein koordiniertes, schrittweises Vorgehen in der Gesundheitspolitik, ein Ende des babylonischen Gewirrs von Hard- und Softwarestandards in der medizinischen Telematik und vertrauenswürdige, sichere Informationsverarbeitung in der Telemedizin. Letzteres ist entscheidend für die Akzeptanz der technischen Möglichkeiten und für die Bereitschaft zu Milliarden-Investitionen, die notwendig sein werden. Wie steht es um Zuverlässigkeit und Sicherheit der Telemedizin-Systeme, -Verfahren und -Geräte? Wie werden Anonymität und Vertraulichkeit der über offene Netze ausgetauschten medizinischen Daten garantiert? Sind Chipkarten das sicherste Mittel, mit dem sich medizinisches Personal als zugangsberechtigt zu Daten ausweisen muss? Wie einfach ist es für Ärzte und medizinisch-technisches Assistenzpersonal, die verschiedenen Geräte und Verfahren zu nutzen? Lässt sich Datenschutz für die Patienten wirklich gewährleisten? Wie können sich die Betroffenen vor zu großem Datenhunger von Krankenkassen, Behörden und Geheimdiensten schützen? Reichen Firewalls als Abschirmung für medizinische Computernetze aus? Wie verlässlich sind Gesundheitsinformationen von Internet-Portalen? Auf Fragen wie diese wird das 9. Trierer Symposium Antworten geben. Dabei stehen die ganzheitliche Betrachtung der Problematik sowie der konstruktive Austausch von Erfahrungen im Mittelpunkt des Symposiums. Es greift ein Thema auf, welches das Institut für Telematik bereits kurz nach seiner Gründung 1998 zur Diskussion gestellt hatte. Gelegenheit zur Aussprache ist nach jedem Vortrag geben. Bei einem gemeinsamen Konferenzdinner vor der antiken Kulisse der Porta Nigra ist genügend Zeit auch für den informellen Austausch. Den Abschluss des 9. Trierer Symposiums bildet eine Diskussionsrunde im Plenum. |